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© Corinna Sommerhäuser

STREERUWITZ 2000

THE 1ST 40 YEARS I KEPT LOOKING FOR MY GOD

Uraufführung von Marlene Streeruwitz

Theatrale Stimmen in deutscher und amerikanischer Sprache

 

Premiere: 21.03.2000 20:00

Letzte Vorstellung: 16.04.2000 20:00

Weitere Termine: jeweils Do.-So., 20 Uhr: 22.-26. März, 30. März - 2. April, 6.-9. April, 13.-16.

 

Regie: Mary Overlie (New York)

Raum/Installation: Berverly Piersol (Wien/USA)

Musik: Marcelo Gama (BR)

Dramaturgie: Eva Wallensteiner (A)

Regieassistenz: Corinna Sommerhäuser (D)

Kostüm/Maske: Maria Pointner (A)

Presse- und Öffentlichkeitsarbeit: Anzelini’s Büro, Monika Anzelini (A)

Künstlerische Mitarbeit: Eva Brenner (Wien/USA)

PerformerInnen: Marcelo Gama (BR), Beate Göbel (D), Clemens Matzka (A), Maren Rahmann (D)

 

Textgrundlage: Ein Mann hat seine nach einem Unfall an der Nase verbundene - also "verunstaltete", "wehrlose" - Ehefrau mehrfach fotographisch abgelichtet, "anstatt ihre Hand zu halten oder sie zu trösten". Parallel zur Hinterfragung des "männlichen" Blicks auf die "verwundete Frau", thematisiert die Autorin das unzeitgemäße Verhältnis von Liebe, Altern und Tod wie sie es im Katholizismus vorfindet - als Kontrapunkt zum realen Liebeserleben von Frauen heute. Diese archaische Situation der Geschlechterbeziehung war Ausgangspunkt für Streeruwitz’ Texte. Wer sieht wen, warum, aus welchem Blickwinkel/von welcher Warte an? Und was geschieht dem/der so "Angesehenen"? Den Metatext bildete die Reflexion von eigener und fremder Sprache - der Text ist teils deutsch, teils amerikanisch verfasst - wobei sich zunehmend die Fremdsprache durchsetzt. Die "Intimität" der Muttersprache behindert den frei-fließenden Ausdruck von Gefühlen wie Angst, Scham oder Demütigung.

Ausgangspunkt der Performance: sowohl der Text als auch die persönlichen Assoziationen der PerformerInnen bildeten die Basis der Ensemblearbeit. Die Inszenierung verstand sich als Reflexion postmoderner ästhetischer Ansätze der Werteneutralität, Gleichzeitigkeit performativer Elemente und verschiedener Blickwinkel auf das Thema Liebe. Die raumbezogene, choreographische Umsetzung basierte auf Overlies Methode der "Six Viewpoints of Performance" - ein neues System für performative Komposition, Schauspiel- und Regiearbeit.

 

Marlene Streeruwitz (A), schreibt Lyrik und Prosa, Hörspiele, Theorie und Theaterstücke, die an wichtigen deutschsprachigen Bühnen gespielt werden. Romane u.a. "Verführungen" (1996) und "Nachwelt" (1999). Zahlreiche Preise. Für PROJEKT THEATER STUDIO wurden bisher unveröffentlichte Texte ausgewählt.

Mary Overlie (USA), zählt zu den bedeutendsten PerformerInnen und ChoreographInnen des postmodernen Tanzes. Auftritte mit renommierten Ensembles und choreographische Arbeiten in Europa und den USA. Mitbegründerin der "Pro Series" (Internationale Tanzwochen Wien). "Bessie"-Preis 1999 (New York Dance & Theatre Award for Sustained Achievement).

 

"The first 40 years I kept looking for my god.

I did not find him.

He was behind the camera.

Actually it was a skiing accident. But when I saw the pictures.

Could you take such pictures of anyone you said you loved.

I started real early. I thought this is the way do do it.

You find your God. And then you follow him.

Just like that. You know."

- Marlene Streeruwitz

 

"Ich habe durch die Notwendigkeit des Aktes der Beschreibung eines Unsagbaren im Ausdruck zu Kunstmitteln wie Stille, Pause, dem Punkt als Würgemal und dem Zitat als Fluchtmittel gefunden, um damit dem Unsagbaren zur Erscheinung zu verhelfen. Und das Unsagbare zumindest in ein Beschreibbares zu zwingen. Die bedeutungsbildenden Möglichkeiten der Leere auszuschöpfen."

- Marlene Streeruwitz, Sein. Und Schein. Und Erscheinen.

 

"Why does theatre mostly deal with the 'great themes'? I find it exciting to tell actors: Do a pickle jar!"

- Mary Overlie

 

"Gleich hinter der Badezimmertür beginnt der Lebenskampf."

- Marlene Streeruwitz

 

"Emanzipation ist die Freiheit der Frau (ihr) SELBST zu bestimmen."

- Eva Brenner

 

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